
Momentan arbeite ich an einem Projekt, das die Thematik des Gipfelkreuzes näher bringen soll.
Vielleicht stellt sich manch einer nun die Frage, warum ich dies nun Online stelle. Der Grund hierfür ist darin zu sehen, das nicht nur Höhe, Freiheit, Naturverbundenheit und bis zu einem gewissen Maß Glaube dortige Segmente sind.
Ein wenig Promotion mag auch mit einwirken, denn dieses Projekt findet im Zuge einer Ausstellung im Walserhaus Hirschegg (Kleinwalsertal) statt.
Ich halte diese Ausstellung des 70 Jahre alten Gipfelkreuzes (Widderstein Gipfelkreuz) für wichtig, da Tradition und Brauchtum sowohl des Kleinwalsertales sowie des gesamten Alpenraums näher gebracht wird.
Der folgende Text ist von mir recherchiert und verfasst worden. Seine Vollendung findet er jedoch in der Ausstellung.
Ein MUSS für den Walser, lehrreich für jeden Besucher.
Die Sonnestrahlen schmeicheln der Flanke des Berges. Erste Schweißperlen zeichnen sich auf der Stirn ab. Der Atem wird schwerer, die Beine schreien nach Rast und doch schreiten sie unaufhörlich voran. Eine Pause; - nein, noch nicht. Das Ziel ist noch nicht erreicht. Der Gipfel.
Die letzten Meter sind angebrochen, wenige Schritte. Nahe der Spitze des Berges. Von weitem sehen wir, das wir nicht die ersten waren, die hier gewesen sind.
Mächtig senkt sich der Schatten des Gipfelkreuzes über unseren Häuptern.
Auch wenn die Anstrengung und der Wille, den Berg zu besteigen groß war und wir dann doch nicht der Pionier unserer Träume werden, sind wir meist getröstet durch den Anblick des alpinen Ankers. Viel mehr ist es gleichsam eine Wohltat; - auch eine Anekdote, den nachkommenden „Bergsüchtigen“ zu hinterlassen. Man fühlt sich ruhmreich, unnachgiebig: „Ich war hier, aus eigener Kraft und dies ist der Beweis!“
Haben wir uns jedoch jemals gefragt woher die Gipfelkreuze kommen? – oder warum es Gipfelkreuze sind, die uns ihr Antlitz schenken und nicht Siegessäulen oder nie vergehende Leuchtfeuer?
Das erste datierte Gipfelkreuz thront seit dem 25. August 1799 am höchsten Punkt des Großglockners. Gerade zu Beginn des 19. Jahrhunderts stellte dies einerseits den Sieg über den Berg dar, andererseits den moralischen Besitzanspruch.
Weit verbreitet war damals die Vorstellung, der Berg sei ein nahezu unüberwindliches Bollwerk, das Gott den Menschen in den Weg stellte um ihm seinen geringen Platz zu weisen. Vielerlei Behauptungen über Besteigungen wurden aufgestellt, die jedoch nur selten dem „Bergsteiger“ geglaubt wurden und höchst wahrscheinlich auch nur in den seltensten Fällen wahr waren.
Allzu gerne wird vergessen, dass das Kreuz im Gebirge mit unter, den Wandel zur Moderne aufzeigt. Der Mensch erlangt im Zuge der Aufklärung im 18. Jahrhundert ein Selbstbewußtsein und einen Eigenverantwortungsgedanken, der über Dekaden verschwunden war oder unterdrückt wurde.
Wen verwundert es noch, wenn klar wird das die Wende zum 19. Jahrhundert geprägt war von Goethe und Schiller, die Sturm und Drang erschallen ließen sowie dem Zeitalter der Romantik; - gleichsam nichts dem Menschen zu jener Zeit mehr Seele einverleibte als die Vorstellung des Sinnlichen, Abenteuerlichen, Wunderbaren, Phantastischen, Schaurigen, der Abwendung von Zivilisation und der Hingabe zur Natur, welches die Romantik verkörpert.
Nunmehr im Wandel der Jahrhunderte strebt er nach oben. Die Nähe zum Himmel. Kraft und Wille aufbringend um allen zu beweisen; „ich bin mein eigener Herr, gewiesen durch den Willen Gottes“; - und vor allem sich selbst.
Die „ersten“, die Artefakte auf Gipfeln hinterließen waren ohne Zweifel die Römer. Kleinere Altare zeugen noch Heute hiervon. Sie beteten zu ihren Göttern, um eine sichere Weiterreise zu sichern. Doch ausschlaggebend für die Errichtung von Gipfelkreuzen waren Hirten und Gamsjäger, die Signalstangen, Steinhaufen oder Steinfiguren zurückließen.
Inspiriert von der Erhabenen Vorstellung einer Erstbesteigung und den Vorreitern (Römer, Hirten und Gamsjäger), läßt Erzherzog Johann von Österreich 1804 auf dem Ortler (damals Ortles/ im heutigen Südtirol) eine 6 Meter hohe Fahne aus roten und schwarzen Leinen aufstellen, die einen Kontrast zum umliegenden Schnee bildet, um Ungläubigen und Neidern zu beweisen zu welchen Taten der jüngere Kaiserbruder fähig sei; - auch wenn er selbst sich nur zum Gipfel tragen ließ. Jedoch reichte dies nicht aus um eine allwährende Präsenz seiner Herrlichkeit zu gewährleisten. So gab er im September 1805 in Auftrag, ein gewaltiges Signalfeuer zu errichten und zu entzünden. Dies war zwar beeindruckend für die ringsum lebenden Menschen, jedoch war auch dies kein dauerhafter Zustand. So ließ der Erzherzog eine 9 Meter hohe Steinsäule errichten, die mit dem Fundament aus Eis und Schnee zu einem „unzertrennlichen Klumpen“ verschmelzen sollte.
Interessant, da der Glaube nunmehr in den Hintergrund verfrachtet wurde und die Arroganz des Unsterblichkeitsgedankens die Überhand nahm. Und auch dies der Vergänglichkeit zugeneigt war und nicht alle Zeiten überstand, wie es geplant war.
Erst 1823 ließ Erzherzog Johann auf dem Erzberg in der Steiermark ein Gipfelkreuz errichten; obgleich dies aus den selben Gründen wie seine Ortlersäule entstand; - die Aufmerksamkeit stand jedenfalls auf seiner Seite.
Die letzten Meter sind angebrochen, wenige Schritte. Nahe der Spitze des Berges. Von weitem sehen wir, das wir nicht die ersten waren, die hier gewesen sind.
Mächtig senkt sich der Schatten des Gipfelkreuzes über unseren Häuptern.
Auch wenn die Anstrengung und der Wille, den Berg zu besteigen groß war und wir dann doch nicht der Pionier unserer Träume werden, sind wir meist getröstet durch den Anblick des alpinen Ankers. Viel mehr ist es gleichsam eine Wohltat; - auch eine Anekdote, den nachkommenden „Bergsüchtigen“ zu hinterlassen. Man fühlt sich ruhmreich, unnachgiebig: „Ich war hier, aus eigener Kraft und dies ist der Beweis!“
Haben wir uns jedoch jemals gefragt woher die Gipfelkreuze kommen? – oder warum es Gipfelkreuze sind, die uns ihr Antlitz schenken und nicht Siegessäulen oder nie vergehende Leuchtfeuer?
Das erste datierte Gipfelkreuz thront seit dem 25. August 1799 am höchsten Punkt des Großglockners. Gerade zu Beginn des 19. Jahrhunderts stellte dies einerseits den Sieg über den Berg dar, andererseits den moralischen Besitzanspruch.
Weit verbreitet war damals die Vorstellung, der Berg sei ein nahezu unüberwindliches Bollwerk, das Gott den Menschen in den Weg stellte um ihm seinen geringen Platz zu weisen. Vielerlei Behauptungen über Besteigungen wurden aufgestellt, die jedoch nur selten dem „Bergsteiger“ geglaubt wurden und höchst wahrscheinlich auch nur in den seltensten Fällen wahr waren.
Allzu gerne wird vergessen, dass das Kreuz im Gebirge mit unter, den Wandel zur Moderne aufzeigt. Der Mensch erlangt im Zuge der Aufklärung im 18. Jahrhundert ein Selbstbewußtsein und einen Eigenverantwortungsgedanken, der über Dekaden verschwunden war oder unterdrückt wurde.
Wen verwundert es noch, wenn klar wird das die Wende zum 19. Jahrhundert geprägt war von Goethe und Schiller, die Sturm und Drang erschallen ließen sowie dem Zeitalter der Romantik; - gleichsam nichts dem Menschen zu jener Zeit mehr Seele einverleibte als die Vorstellung des Sinnlichen, Abenteuerlichen, Wunderbaren, Phantastischen, Schaurigen, der Abwendung von Zivilisation und der Hingabe zur Natur, welches die Romantik verkörpert.
Nunmehr im Wandel der Jahrhunderte strebt er nach oben. Die Nähe zum Himmel. Kraft und Wille aufbringend um allen zu beweisen; „ich bin mein eigener Herr, gewiesen durch den Willen Gottes“; - und vor allem sich selbst.
Die „ersten“, die Artefakte auf Gipfeln hinterließen waren ohne Zweifel die Römer. Kleinere Altare zeugen noch Heute hiervon. Sie beteten zu ihren Göttern, um eine sichere Weiterreise zu sichern. Doch ausschlaggebend für die Errichtung von Gipfelkreuzen waren Hirten und Gamsjäger, die Signalstangen, Steinhaufen oder Steinfiguren zurückließen.
Inspiriert von der Erhabenen Vorstellung einer Erstbesteigung und den Vorreitern (Römer, Hirten und Gamsjäger), läßt Erzherzog Johann von Österreich 1804 auf dem Ortler (damals Ortles/ im heutigen Südtirol) eine 6 Meter hohe Fahne aus roten und schwarzen Leinen aufstellen, die einen Kontrast zum umliegenden Schnee bildet, um Ungläubigen und Neidern zu beweisen zu welchen Taten der jüngere Kaiserbruder fähig sei; - auch wenn er selbst sich nur zum Gipfel tragen ließ. Jedoch reichte dies nicht aus um eine allwährende Präsenz seiner Herrlichkeit zu gewährleisten. So gab er im September 1805 in Auftrag, ein gewaltiges Signalfeuer zu errichten und zu entzünden. Dies war zwar beeindruckend für die ringsum lebenden Menschen, jedoch war auch dies kein dauerhafter Zustand. So ließ der Erzherzog eine 9 Meter hohe Steinsäule errichten, die mit dem Fundament aus Eis und Schnee zu einem „unzertrennlichen Klumpen“ verschmelzen sollte.
Interessant, da der Glaube nunmehr in den Hintergrund verfrachtet wurde und die Arroganz des Unsterblichkeitsgedankens die Überhand nahm. Und auch dies der Vergänglichkeit zugeneigt war und nicht alle Zeiten überstand, wie es geplant war.
Erst 1823 ließ Erzherzog Johann auf dem Erzberg in der Steiermark ein Gipfelkreuz errichten; obgleich dies aus den selben Gründen wie seine Ortlersäule entstand; - die Aufmerksamkeit stand jedenfalls auf seiner Seite.
soweit die Rohfassuung
so long
Enki
Quellen: Kleinwalsertal Online (Bild), Jonas Verlag- Martin Scharfe, DAV, Wikipedia
4 comments:
Hallo Loui !
Meines Wissens nach wurde dem Glockner erst am 26 Juli 1800 das erste mal aufs Dach gestiegen und dieses mit einem Kreuze geziert .
Die erste Expedition (die du beschreibst , 1799 ) führte die damaligen Bergsteiger aufgrund der schweren Schneefälle (nur) auf den Kleinglockner . Jedoch , als einer der bereits oben war , kann ich sagen das dies , faktisch keinen Unterschied macht .
Der Form halber , will ja keine Unruhe stiften .
Reaktionen auf meine , dir bekannte , Mail Adresse .
Herzlichst : Larry
Das Feuer soll lodern... :)
im 2. absatz '...,dass' und im Absatz über Goethe und Schiller '..wenn klar wird, dass...'
wenn ich kurz anmerken darf...
auch für jene Korrektur danke ich ;)
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